Teil eines Werkes 
2 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 45

einer falſchen Hoffnung, Mher Geeraert; es ſcheint mir unmöglich, im Augenblick eines Sturmlaufens an Flan⸗ derns Rettung zu denken. Was ſeid Ihr denn Willens zu thun?“

„Kommt näher, Calevoet, und bewundert das Glück dieſes Gedankens. Der herrſchſüchtige Tyrann führt die Stürmer an; Ihr wißt, was ein Sturm ſagen will; durch die Schnelligkeit und die Kraft ſelbſt, die dazu nöthig ſind, entſteht eine allgemeine Verwirrung, in welcher ſich weder Befehle mehr geben, noch empfangen laſſen. Glaubt Ihr, Calevoet, daß, wenn die Reiterei von Biervliet die Stürmer ungehindert überfallen kann, viele ihr entwiſchen werden?“

„Aber wir ſind hier, um das zu verhindern,“ be⸗ merkte Calevoet.

„Und wenn wir es nun geſchehen ließen?“ fragte Denys.

„O, es wäre ein ſchnöder Verrath, ſo viele Genter in's Verderben zu ſtürzen,“ ſeufzte der Dechant der Zwillichweber.

„Artevelde würde aber auch von der Welt verſchwin⸗ den!“ entgegnete der Dechant mit ſiegreichem Lächeln.

Calevoet kämpfte in ſeinem Innern mit einem Ge⸗ fühle des Abſcheues; er ſchwieg einen Augenblick und antwortete dann:

„Es iſt aber ein abſcheulicher Mord, Mher Geeraert!“

Um die Lippen des Oberdechanten zeigte ſich ein Aus⸗ druck des Mitleids oder der Verachtung, und er ſagte mit Ungeduld: