Teil eines Werkes 
2 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

Freigänger unter Niemandes offenem Befehle und Schutze ſtanden, durfte man ſie bekämpfen, ohne den Rechten des Grafen Abbruch dadurch zu thun. Der König von Frank⸗ reich hatte ſich alſo in ſeinen eigenen Netzen gefangen und der Genter Gemeine das unbeſtreitbare Recht verſchafft, ſelbſt außerhalb ihres Grundgebietes Krieg zu führen.

Der weiſe Mann ließ ſich dieſe Gelegenheit nicht ent- ſchlüpfen, um, wie er geſagt hatte, das Neſt der Leliaerds zu überfallen. Sechs Tage waren kaum verſtrichen, als er bereits mit viertauſend unverzagten Gentern vor Bier⸗ vliet erſchien, und nach einem hartnäckigen Gefecht mit der feindlichen Reiterei ſeine Zelte im Angeſicht, doch außerhalb des Bereiches der Feſtung aufſchlug.

Er wollte zuerſt die Beſatzung durch Hungersnoth zur Uebergabe zwingen, und ließ in dieſer Abſicht die Stadt umzingeln und auf allen Wegen ſtreng bewachen. Sehr bald ſah er jedoch ein, daß dieſes Mittel ihm nicht glücken würde, indem die Reiterei der Leliaerds faſt täg⸗ lich Ausfälle machte und das Genter Fußvolk mit Leich⸗ tigkeit durchbrach, um Lebensmittel und ſelbſt Hülfs⸗ ſchaaren in die Stadt zu bringen. Zwar fielen dabei allerdings blutige Scharmützel vor, und die Leliaerds verloren viele Reiter; die Belagerung ſelbſt ward aber nicht merklich dadurch gefördert.

Artevelde ſchien ſein Verweilen vor Biervliet abſicht⸗ lich zu verlängern und ſich keinesweges zu beeilen, um die Feſte entſcheidend anzugreifen. Er befand ſich näm⸗ lich hier in der Nähe von Weſtflandern, und benutzte die Gelegenheit, um die anderen Städte zum Widerſtande