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Jakob von Artevelde. 27
„In der That, Ser Maes!“ ſagte Jakob,„Ihr erin⸗ nert mich daran, daß alle Freunde heute Geſchenke machen.“
„Aber ich bin Wittwer!“ lachte der Oberſchöffe; „da ſeid Ihr des Gegengeſchenkes quitt.“
„Das wollen wir doch ſehen,“ antwortete Arte⸗ velde, während er ſeine Tochter zur Bude führte; „Veerle, Du haſt Geſchmack! Wähle mir einmal ein Stück golddurchwirktes Tuch für Jungfrau Chriſtina van Vaernewyck.“
Die Wahl ward raſch getroffen und der Handel ab⸗ geſchloſſen. Artevelde öffnete ſeine Geldtaſche und be⸗ zahlte, worauf er das Geſchenk gleichfalls Jacquemyne auf den Arm legte, und dann plaudernd mit ſeiner Geſellſchaft längs den Buden fortwandelte. Bei dem Thürmchen, wo die Kameele mit ihren langen Hälſen über die Zelte hinausragten und die Neugier des jauch⸗ zenden Volkes anregten, blieb Veerle vor einem Laden ſtehen, auf welchem alle köſtlichen Juwelen des Orients zur Schau lagen. Ein Türke mit ſeinem afrikaniſchen Sklaven ſaß ruhig daneben und ſchlürfte ein warmes Getränk aus einer ſilbernen Schaale ein; an ſeiner an⸗ deren Seite ſtand ein Dolmetſcher.
Veerle hatte bereits mehrere reiche Stücke nach ein⸗ ander aufgenommen und aufmerkſam betrachtet, bis ſie endlich unſchlüſſig zu ſein ſchien, welchen von zwei Perlenkränzen ſie wählen ſolle; der eine war ſchwer und ohne Zweifel ſehr koſtbar, der andere dagegen kleiner und leichter. Da ſie den Dolmetſcher fragte, was dieſe Juwelen koſteten, erhielt ſie zur Antwort:


