26 Jakob von Artevelde.
„Dank! Dank, Mher Jakob!“ antwortete Lieven mit erſtickter Stimme;„ich werde warten, aber ich rechne auf Euer Wort!....“
Veerle zupfte in dieſem Augenblicke ihren Vater bei dem Arme und ſagte:
„Aber, Herr Vater! Ihr laßt uns ſo allein; das iſt nicht wohlgethan; ſeht einmal, welch ein ſchönes Stück goldenes Laken die Mutter da hat!“
Artevelde drückte nochmals die Hand von Lieven Comyne und deſſen Genoſſen, und wandte ſich dann zu der Bude.
Der entzückte Blaufärber Lieven wiſchte ſich plötzlich die Thränen aus den Augen und rief wie verrückt:
„Kommt, kommt, Geſellen! Ich gebe vier Stübchen Wein im goldenen Schwan; trinken, trinken, denn es brennt mir das Herz! Wir wollen noch einmal tüchtig den frohen Tag feiern. Haltet ümiſchen Muth! Haltet vlämiſchen Muth!“
Mit dieſen Worten ſprang er voraus nach der Wan⸗ delſteege und machte ſeinen Freunden jauchzend Bahn durch das Volk.
Als Artevelde ſich umwandte, verließ ſeine Geſell⸗ ſchaft gerade die Bude; er ſah, daß ſeine Frau ein Stuͤck golddurchwirktes Tuch ihrer Dienſtmagd Jaequemyne zu tragen gab, und ſagte freundlich ſcherzend:
„So, ſo, Cathelyne! Das Angeld mag nicht gering ſein! Was zahlſt Du dafür?“
„Nichts!“ antwortete Frau Artevelde,„55 iſt ein Marktgeſchenk von Ser van Vaernewyck.“
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