Teil eines Werkes 
2 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 15

mächtiges franzöſiſches Heer iſt an unſeren Gränzen ver⸗ ſammelt; man hat die Feſtungen im wäliſchen Flandern beſetzt; fünfhundert franzöſiſche Reiter ſind unter dem Schein, als wären ſie vlämiſche Parteigänger, in Bier⸗ vliet eingerückt.

Ich ſehe noch nicht, was wir zu fürchten haben, bemerkte Artevelde;ich wünſche und erwarte ſchon lange einen Angriff, die Freiheit von ganz Flandern muß dar⸗ aus hervorgehen, und obendrein dürfen wir nicht, ohne das Recht zu verletzen, gewaffnet im Felde erſcheinen, wenn man uns nicht erſt feindlich angegriffen hat. Man verſuche das Mindeſte gegen Gent oder gegen Flandern, und wir rücken eben ſo raſch mit einem Heere nach Ru⸗ pelmonde, um den alten Segher de Cortrazyn zu be⸗ freien. Laßt die Franzoſen uns nur anfallen; ſie konnen uns keinen beſſeren Dienſt erweiſen!

Das iſt es auch nicht, was mich bekümmert macht, Mher Jakob! Aber laßt mich Euch weiter mittheilen, welchen mächtigen Plan Frankreich gegen uns entworfen hat. An einem der nächſten Tage ſoll das große Heer in Flandern einfallen und die Beſatzung von Bieryliet das Grundgebiet von Gent verwüſten; in demſelben Au⸗ genblicke aber, wo wir das Volk zu den Waffen rufen, wird die Nachricht eintreffen, daß die Vläminger wegen Ungehorſams gegen den König von Frankreich in den Bann der heiligen Kirche gethan ſeien. Wird das Volk die Waffen nicht demüthig niederlegen vor dem furcht⸗ baren Gebot im Namen des Papſtes? Wird es nicht aus Ehrerbietung und Gottesfurcht den Nacken beugen