Jakob von Artevelde.
Artevelde wollte auch die Treppe hinabſteigen, da hielt ihn aber der Oberſchöffe zurück und führte ihn in den fernſten Winkel des Gemaches.
„Mher Jakob!“ ſagte derſelbe, nicht ohne eine ge⸗ wiſſe Traurigkeit;„ich habe geſehen, wie Ihr am Fen⸗ ſter von edler Freude ganz hingeriſſen waret; mein Herz pochte auch ſehr bei dem Anblick des Volksglückes; aber, theurer Freund, es war mir nicht vergönnt, dieſe Freude ganz ungetrübt zu empfinden....“
Artevelde kannte den feſten Muth des Oberſchöffen, und es überraſchte ihn alſo ſehr, ſeinen Freund einen ſolchen Umweg einſchlagen zu ſehen, um ihm Etwas mitzutheilen. Er fürchtete daher, daß es eine ſchlechte Nachricht ſein müſſe.
„Sprecht doch raſcher, Ser van Vaernewyck!“ ſiel er ihm in die Rede.„Ihr erſchreckt mich.“
„Ein furchtbares Ungewitter zieht ſich über unſeren Häuptern zuſammen,“ entgegnete der Oberſchöffe;„wäh⸗ rend wir uns hier an der Freude des Volkes ergötzen und alle Gefahr vergeſſen, wird vielleicht in dem Augen⸗ blicke, wo ich dieſes ſage, der Untergang Flanderns be⸗ ſchloſſen und in's Werk geſetzt.“
Artevelde betrachtete ſeinen Freund mit fragender Miene; dieſer fuhr fort:
„Es kam ſo eben ein geheimer Bote von Ryſſel nach meinem Stein; ihn hat Ser Sander, unſer treuer Freund in Frankreich, geſchickt. Hört, Mher Jakob, was dort vorgeht, und Ihr werdet einſehen, daß wir am Rande eines Abgrundes ſtehen, ohne es zu wiſſen. Ein
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