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Jakob von Artevelde. 13
rief nun feierlich zu dem Volke, während die tiefſte Stille herrſchte:
„Im Namen des Grafen von Flandern und der Stadt Gent verkündige ich zu dieſer Stunde den freien Jahrmarkt. Es ſoll ein Jeder während dieſer Markt⸗ freiheit, zufolge der Geſetze von Gent, frei gehen, fahren, kommen, wiederkehren und handeln dürfen mit jeder Art von Gütern, aus welchen Landen oder von welchen Völkern ſie auch ſein mögen, ausgenommen die Ver⸗ bannten des Grafen und der freien Lande von Flandern.“
Von Neuem ließen hierauf die Trompeter ihre In⸗ ſtrumente ſchmettern.
Kaum war dieſes Zeichen gegeben, als auch das Volk ſich mit lärmendem Jauchzen nach der Mitte des Marktes drängte, wo jetzt ein lautes Geräuſch entſtand. Vom Hochhauſe herab ſah man überall die Läden ſich öffnen und alle Kaufleute eilig ihre Waaren zur Schau legen: ſeidene Stoffe von jeglicher Farbe, Tuch aller Art, Sammet, Damaſt, Gewürze aus dem Morgen⸗ lande, in Gold und Silber gefaßte Juwelen, Zinn⸗ und Glasgeſchirr, Schnitzwerk, Waffen, kurz Alles, was Kunſt und Gewerbfleiß Auserleſenes hervorbringen konnten, wurde den Gentern und Fremden hier zum Kauf angeboten. Etwas ferner hinter St. Jakob lockte man die Kinder an durch Leckerbiſſen und Spielwaaren, und nach der Baudeloobrücke zu hörte man bereits die Trommeln und Pfeifen der Gaukler und Springer.
Die meiſten Schöffen und Dechanten hatten das Hochhaus verlaſſen, um ſich auf den Markt zu begeben.


