Jakob von Artevelde.
erfreut über ihren Antheil an dem großen Werke. Den⸗ noch aber ſprach Keiner ſeine Rührung in Worten aus. Den ehrerbietigen Blick auf Jakob von Artevelde gerich⸗ tet, betrachteten ſie ſtumm ſein edles, von Rührung be⸗ wegtes Antlitz, als den Spiegel der Weisheit und des Heldenmuthes.
Vielleicht wäre der weiſe Mann noch ſehr lange ein⸗ ſam vor dem Fenſter ſtehen geblieben, und hätte dort mit gerührtem Gemüthe den ſchönſten Lohn empfangen, der je einem Menſchen auf Erden zu genießen vergönnt iſt; aber jetzt ſtrömte eine neue Fluth aus der Sanct Jakobs⸗ kirche auf den Markt. Die zweite Meſſe war zu Ende und die Thurmglocke tönte ſchallend über das Kirchſpiel; die Stunde der Verkündigung war erſchienen.
Man öffnete das große Fenſter des Hochhaufes, und zwei Trompeter zogen dort mit ſchmetternden Klängen die Aufmerkſamkeit der Menge auf ſich. Dann trat Ser van Vaernewyck mit dem Oberhauptmann und den Schöffen vor, und Jan van Loven, erſter Schreiber der Keure, las den gräflichen Freibrief des Jahrmarktes mit lauter Stimme dem Volke vor.
Dieſe Verleſung dauerte ziemlich lange; die Menge achtete beinahe nicht auf die helle Stimme Jan van Loven's, indem ſie denſelben Freibrief vielleicht ſchon zwanzig Mal unter gleichen Umſtänden hatte verle⸗ ſen hören.
Sobald der oberſte Schreiber geendet hatte, trat er zurück und verſchwand im Saal. Dann traten die Schöf⸗ fen bis an die Lehne des Fenſters, und der Oberſchöffe
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