Teil eines Werkes 
2 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

noch gar nicht lange her, und es herrſcht bereits Ueber⸗ fluß in Gent; die Hungersnoth iſt vergeſſen, und der Jahrmarkt, den man jetzt eröffnet, wird einer der ſchön⸗ ſten und reichſten ſein, die wir je geſehen.

Das Tuch iſt geſtern um drei Grote geſtiegen, bemerkte ein Weber.Man ſagt, daß nicht weniger als dreitauſend Stück feines Genter Roth für Deutſchland und Frankreich verlangt werden; aber wir haben es nicht, wir haben nichts mehr; die Kaufleute, die zu dem Jahr⸗ markt gekommen ſind, beſtellten faſt alles feine Roth.

Lieven gab nicht Acht auf dieſe Unterbrechung, ſon⸗ dern ſetzte ſeine Rede fort:.

Es iſt wahr, der weiſe Mann hat unſere Erlöſung bewirkt und uns Freiheit und Nahrung geſchenkt; aber der arme Blaufärbergeſelle Lieven Comyne wird ſich noch auf ſeinem Sterbebette freuen, daß er Theil gehabt an dem großen Werke; dieſer Gedanke wird ihn tröſten und aufrichten bis an das Grab.

Lieven hatte eine ergreifende Stimme und eine Be⸗ redſamkeit, die aus ſeinem tiefen Gefühle entſproß. Was

er jetzt mit ſtolzer Begeiſterung ſagte, bewegte die Zu⸗

hörer tief, und es herrſchte nach ſeinen Worten eine ernſte Stille. Dieſe Stimmung war an ſolchem frohen Tage nicht natürlich; auch änderte ſie ſich bald, als ein Meiſter Zimmermann aufſtand und die Anderen, den Becher in der Hand, zum Trinken aufforderte, mit den Worten:

Heil Mher Jakob von Artevelde! Heil dem tapfern Geſellen Lieven Comyne!

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