Teil eines Werkes 
2 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 5

Gent. Frohlich müſſen wir ſein und Gott freudig danken.

Nun wißt Ihr, warum ich ſo aufgeräumt bin, entgegnete Lieven Comyne, mit Stolz auf den Stroh⸗ decker zeigend;Jan, Ihr wart dabei, als es geſchah; Ihr wißt wohl noch, in der Hungersnoth. Wir ſtan⸗ den an einem kalten Morgen bei dem Hochhauſe und klagten über das Loos der armen Frauen und Kinder, die erſtarrt auf dem Freitagsmarkte lagen.

Ob ich es weiß? antwortete der Strohdecker.Ja wohl weiß ich, wovon Ihr reden wollt, und werde es mein Lebtage nicht vergeſſen.

Wer hat es geſagt, verſetzte Lieven,daß ein Genter Zunftgenoſſe vom Schweiß ſeines Angeſichts, und nicht von Almoſen oder geraubtem Gut leben müſſe? Wer hat den weiſen Mann angeredet und geſagt:&Es iſt Zeit, Mher Jakob; es muß Blut oder Arbeit geben!) Wer hat zuerſt in Gent Freiheit und Nahrungy ge⸗ ſchrieen, als das Zeichen der Befreiung? Das hat Lie⸗ ven, der Blaufärber, gethan!

Es iſt wahr, ſagte der Strohdecker,ich habe es geſehen und gehört; denn ich war dabei, als Mher Jakob zu uns ſagte:«Es wird Freiheit und Nahrung in Flan⸗ dern wiederkehren!»

Nun denn! fuhr Lieven fort,als der erſte Kar⸗ ren mit Wolle von Dortrecht gekommen war, iſt ihm das Volk von Gent ſingend und tanzend auf der Straße von Antwerpen entgegengezogen. Ich, ich habe damals Thränen vergoſſen vor übermäßiger Freude. Das iſt