Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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110 Jakob von Artevelde.

Blutſchein, der alle Schattenlinien noch ſtärker hervor⸗ hob und dem Geſicht des Oberdechanten etwas Teufli⸗ ſches und Entſetzliches verlieh.

Erſchreckt war Lieven von ſeinem Stuhle aufgeſprun⸗ gen; aber dieſer Anblick hatte ihn ſelbſt ſo überraſcht, daß er keinen Schritt vorwärts zu thun wagte und un⸗ beweglich ſtehen blieb. Ein heftiges Zittern ergriff ihn, als er die folgenden Worte aus ſeines Vaters Munde fallen hörte:

Hier Roland! Roland!.... Ermordet ihn!.... Ah! ha! Rache!... Kennt Ihr den Dechanten der We⸗ ber? Ihr ſpottet ſeiner? Blut! Blut!.... Er ſterbe!.... Schleppt ſeine Leiche durch die Straßen!.... Tretet ihn mit Füßen!.... So, ſo!.... Ha, das iſt gut! Ribaud! Ribaud! hierher! Dort läuft noch Einer!.... Den auch! Fahrt fort! fahrt fort!....

Sowie der Oberdechant dieſe Worte ſprach, wurde ſein Geſicht noch gräßlicher, und er bewegte Hände und Füße mit außerordentlicher Kraft. Der zitternde Lieven hatte nicht die Macht, ſich zu rühren, bis ſein Vater bei den Worten:Dort läuft noch Einer! aufſtand und

die Hand aufhob, als zeige er dorthin. Die Furcht, er

könne in das Feuer fallen, riß den Jüngling aus ſeinem Schrecken empor. Er lief zu dem Kamin, faßte ſeinem Vater bei dem Arme, um ihn zu wecken, und ſagte: Vater! Vater! Ihr träumt. Geeraert Denys öffnete die Augen und betrachtete eine Zeit lang ſeinen Sohn verſtört und ängſtlich, indem er ſich ſchmerzlich die Stirn rieb.

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