108 Jakob von Artevelde.
„O nein, Vater! aber er nannte Euch ſeinen Freund, und machte gar keine Umſtände, als ob er ſehr vertraut mit Euch wäre.“
„Er war betrunken, ſicherlich! Das geſchieht ihm nur einmal in der Woche; aber es dauert von Montag bis zum Sonntag. Haſt Du denn geglaubt, was Dir der dumme Ribaud ſagte?“
„Nein, gewiß nicht, Vater! Ich habe ihm die Thür gezeigt und ihm gedroht, ihn bei der Schöffenbank zu verklagen.“
„Das hätteſt Du nicht thun ſollen, Lieven! Der Ribaudenkönig gehört zu Denjenigen, welche denken, ich ſei mehr als irgend ein Anderer dazu geeignet, der Ge⸗ meine als Oberhauptmann zu nützen, und hat ſich wahr⸗ ſcheinlich Mühe gegeben, auch Andere von ſeinen Gedan⸗ ken zu überzeugen. Mag er ſich nun täuſchen oder nicht, Zuneigung, möge ſie kommen, woher ſie wolle, darf man nicht rauh zurückweiſen.“
„Es iſt wahr, Vater! ich bin vielleicht zu heftig ge⸗ weſen. Seine rohen Redensarten machten mich böſe. Er hat auch noch geſagt, daß er Euch heute Abend um ſieben Uhr im Walthore erwartet; Ihr geht aber nicht
hin, nicht wahr, Vater?“
„Was ſollte ich dort, Lieven? Der Trunkenbold hat das geſagt, gleich allem andern Unſinn, den er auskramt. Iſt das Alles, was Du zu fagen hatteſt?“
„Ja, Vater! Ich freue mich, daß es nicht wahr iſt. Schlaft nur ruhig; ich werde gut auf das Feuer Acht geben.“
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