Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 107

ſchwieg, bis die Dienſtmagd mit einer angezündeten Lampe kam und dieſelbe auf den Tiſch ſetzte. Mit ge⸗ bieteriſchem Tone ſagte er nun, während er dieſelbe von ſich entfernte:

Was hat die ſchlechte Dirne hier zu thun? Ich will allein ſein, Frau! und laß mir Niemanden in das Zim⸗ mer kommen, oder ich werfe ihn aus der Thür. Auch laß mich das nicht zweimal ſagen!

Frau Denys beeilte ſich, mit der Magd das Zimmer zu verlaſſen. Lieven packte ſeine Schreibereien zuſammen, legte ſie ſammt dem Rechnungsbuche auf ein Schreib⸗ pult am andern Ende des Zimmers und wollte dann ebenfalls fortgehen; aber ſein Vater hielt ihn zurück mit den Worten:

Dir gilt es nicht, was ich geſagt habe, Lieven! Nimm das Licht vom Tiſche und arbeite nur an Deinem Pulte weiter. Ich will verſuchen ein Bischen zu ſchlafen; ſorge unterdeſſen für das Feuer, daß es weder zu kalt noch zu warm hier werde.

Ich will ſchon darauf achten, antwortete Lieven, vergnügt über den ruhigeren Ton von ſeines Vaters Stimme. Dieſe günſtige Aenderung ermuthigte ihn, ſein Herz von einem Gedanken, der ihn bedrückte, zu entlaſten. Er fragte daher: 1

Vater, darf ich Euch Etwas ſagen, ehe Ihr ſchlaft?

Gewiß, Lieven! Was iſt's?

Vor einer Stunde iſt Muggelyn, der Ribauden. könig, hier geweſen, um Euch zu ſprechen.

Nun, iſt das ſo wunderbar?