Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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106 Jakob von Artevelde.

Frau! rief er, wüthend die Hand erhebend,Du ſollſt dies Bellen gegen Mher Calevoet laſſen, oder es wird Dich gereuen! Wenn man nicht weiß, wie man Leute in ſeinem Hauſe empfangen muß, ſo lernt man es. Es iſt keck und unfreundlich von Dir, Frau, daß Du meine Freunde ſo plump ausſchiltſt; aber ich weiß es ja, von Dir läßt ſich nichts Beſſeres erwarten!

Es beginnt ſchon zu ſtürmen, murmelte Frau Denys zwiſchen den Zähnen;wer das Unwetter fürch⸗ tet, der mache ſich aus dem Staube!

Was murmelſt Du da, böſes Weib? fiel ihr der Oberdechant in die Rede, in der deutlichen Abſicht, einen heftigen Wortzwiſt zu beginnen. Aber die Frau ſchien ganz und gar keine Neigung dazu zu fühlen; ſie nahm ihr Spinnrad vom Boden auf, als wolle ſie das Zimmer verlaſſen, und ſagte:

Siehſt Du, Geeraert, wenn Du wieder den Teufel jagſt und mich als eine Dienſtmagd behandeln willſt, ſo laufe ich aus dem Hauſe zu meiner Schweſter, und dann verſuche, ob Du mich bereden kannſt, wiederzukommen.

Setzt Euch, Vater! ſagte Lieven bittend,und ruht Euch aus; denn Ihr ſeid ſchrecklich ermüdet. Viel⸗ leicht haben ſich die Dinge nicht ganz ſo gemacht, wie Ihr es wünſchtet; aber wenn man aus voller Ueberzeu⸗ gung ſeine Pflicht als ein guter Bürger that, ſo darf man ſich nicht zu ſehr darüber ärgern.

Geeraert Denys antwortete nicht, obwohl er Lieven's Rath befolgte und einen Armſtuhl zum Feuer hinrückte. Dann ließ er ſich in dem bequemen Seſſel nieder und

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