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Jakob von Artevelde. 105
das unverſchämte Geſchwätz des betrunkenen Muggelyn will ich mich gar nicht kümmern; denn das hat ſicherlich weder Grund noch Wahrſcheinlichkeit.“
Frau Denys zuckte lächelnd die Achſeln.
„Ach, Mutter!“ ſprach Lieven,„das iſt nicht recht, daß Ihr jetzt noch zweifelt.“
„Ich bewundere Dich, Lieven! Du biſt ein guter Sohn, und ich will Dich nicht noch mehr kränken; aber warte nur ein Bischen; der Tag iſt noch nicht zu Ende, obwohl der Abend dämmert; es wird gleich ein Unge⸗ witter aufſteigen, das ſobald nicht vorüberzieht, ſondern Donner und Blitz mit ſich führt. Glaube mir!“
„Ja, wenn Ihr den Vater wieder erzürnt, indem Ihr ihm Vorwürfe macht und ihn um Dinge fragt, auf die er nicht antworten will. Ihr wißt, wie müde er ſein muß; laßt ihn heute Abend in Ruhe; ich bitte Euch darum, Mutter!“
„Du brauchſt mir den Rath nicht zu geben, Lieven! Als ich bei ſeinem Eintreten das freundliche Lächeln auf ſeinem Antlitz merkte, wußte ich ſchon, was die Glocke geſchlagen hatte. Ich werde mich ſobald wie möglich aus dem Staube machen. Suche Du ihn zu beruhigen, wenn er aufbrauſt; gegen Dich iſt er doch nicht ſo barſch, wie gegen mich. Morgen wird ſich ſchon ein Wort mit ihm reden laſſen.— Und daß dieſer dumme Calevoet....“
Gerade als ihr dieſer Name entſchlüpfte, trat Gee⸗ raert Denys wieder in das Gemach. Das Lachen war jetzt von ſeinem Antlitz verſchwunden, und man konnte nichts als Verdruß und Zorn auf demſelben bemerken


