Jakob von Artevelde.
wach gerufen, um ſeinen Schwiegervater aus dem Kerker zu holen? Ihr kennt ihn nicht. Flandern will er retten, die Hungersnoth aus unſerm Lande treiben. Ach, wenn er die Befreiung Flanderns auf das Spiel zu ſetzen wagte um ſeines Schwiegervaters willen, das wäre eine Feig⸗ heit! Es giebt enge Seelen, die ein ſolches Opfer nicht begreifen und Mher Jakob haſſen, weil er an Geiſt und Herz zu groß iſt für das Maaß ihrer kleinen Leidenſchaf⸗ ten. Sie mögen tadeln und ſchelten; er wird nicht auf das achten, was tief unter ihm wühlt— ſondern Flan⸗ dern retten, wie er es geſagt hat.“ Der Dechant der Zwillichweber ſtand erzürnt von ſeinem Stuhle auf und ſprach mit heftigem Tone: „Das geht zu weit! Wie könnt Ihr Euch erlauben, mir ſo Hohn zu bieten! Junger Mann, Ihr vergeßt, was Ihr mir ſchuldig ſeid; denn wenn Ihr ſo auffahrt gegen einen Freund Eures Vaters, und ihn eine enge Seele und was ſonſt noch zu nennen wagt, dann ſagt Ihr daſſelbe von Eurem Vater; er denkt darüber noch ſchlimmer als ich. Hätte ich nicht Mitleid mit Eurer Unbeſonnenheit, ich verließe dieſes Haus augenblick⸗ lich und würde keinen Fuß mehr über deſſen Schwelle ſetzen!“ Lieven erſchrak über die Wirkung ſeiner Worte, und fühlte, daß er in der That zu weit gegangen ſei. „Verzeiht, Mher Calevoet!“ ſagte er,„ich habe mich vielleicht zu heftig ausgedrückt zaber es geſchah blos, weil Ihr von dem Vater ſagtet, er nähme Theil an dem Haſſe⸗ gegen den weiſen Mann. Es ſcheinen da allerlei Zuträ⸗
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