Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 97

greifen; ich thue auch beſſer, über ſo wichtige Dinge zu ſchweigen, bis der Oberdechant zurückkommt. Euer Spott wird weder ihn noch mich zurückhalten, für Freiheit und Vaterland zu thun, was Noth iſt, und müßten wir Le⸗ ben und Gut daran ſetzen. Es geht doch zu weit; man möchte ſein Herz freſſen, wenn man es anſteht! Einen Großprahler zum Oberhauptmann machen, einen Herrſch⸗ ſüchtigen, der nichts will, als die Gemeine in den Ab⸗ grund ſtürzen und ſich ſelbſt über Andere erheben!

Lieven's Stirn röthete ſich vor Zorn; bitteres Lächeln ſpielte um ſeine Lippen, während er fragte:

Von wem ſprecht Ihr denn ſo heimlich, Mher Ca⸗ levoet? Wer iſt denn der Herrſchſüchtige, auf den Ihr ſo unbarmherzig ſchimpft?

Wer? rief der Dechant der Zwillichweber;fallt Ihr denn aus der Luft, Lieven? Auf wen ſollte ich denn mit Recht ſchimpfen, wenn es nicht auf Jakob von Arte⸗ velde wäre?

Und Mher von Artevelde iſt nichts als ein Groß⸗ prahler?

Und ein Betrüger, der das Volk irre führt!

Und ein Habſüchtiger?

Und ein unvernünftiger Wütherich, der uns in die Hände der Leliaerds liefern wird!

Das Uebermaß des Zorns, welches den Jüngling bei dieſen Worten ergriff, beruhigte ihn plötzlich; die Röthe verſchwand von ſeinem Antlitz und machte einem Ausdruck des Mitleids, vielleicht der Verachtung, Platz. Er ſagte mit Nachdruck:

Jakob von Artevelde.