Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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84 Jakob von Artevelde.

Fall gewann es dadurch nichts an Schönheit; denn die Ueberladung deſſelben mit geſchmackloſen Verzierungen bewies noch mehr als alles Uebrige, daß es des Eigen⸗ thümers Abſicht geweſen, Andere an Pracht zu über⸗ treffen und einen ungewöhnlichen Reichthum zu entfalten. Ueber der Hausthür prangte das Wappen der Weber⸗ gilde, ein rothes Schild mit ſilbernem Löwen zwiſchen zwei goldenen Weberſpulen, und darunter mit großen Buchſtaben die Aufſchrift:„Geeraert Denys, Wollen⸗ webermeiſter.“

Neben dieſem ſonderbaren Hauſe erhob ſich die ſchöne St. Janskirche mit ihren ſtattlichen Thürmen. Der Kirchhof zog ſich daneben hin, und aus den Fenſtern konnte man beinahe ſenkrecht auf die Gräber ſehen, ſo⸗ wie auf das Beinhaus, in deſſen Mauer einige hundert Todtenköpfe ausgehauen waren.

Das Innere des Hauſes machte denſelben Eindruck, wie das Aeußere. Die Vorkammern waren mit Stücken Tuch von verſchiedener Farbe und verſchiedenem Werthe angefüllt; im Hinterzimmer ſtrahlte aus Allem der Reich⸗ thum entgegen. Die Seſſel waren daſelbſt mit Corduan oder mit Sammet überzogen und mit goldenen Nägeln beſchlagen; die Tiſche und der übrige Hausrath zeigten überall ſehr ſchönes Schnitzwerk.

Wenige Tage nach der Zuſammenkunft in der By⸗ loke, ſpät am Nachmittage, befand ſich Lieven Denys mit ſeiner Mutter in dem Hinterzimmer ihrer prächtigen Wohnung. Alles, was dieſe einfache Frau umgab, ſtach ſeltſam von ihrem bürgerlichen Weſen und ihrer gerin⸗

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