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Jakob von Artevelde. 33
muß es geſchehen. Denn ſeht, wenn der Verſuch mis⸗ glückte, ſo würde Gent wieder mit unerträglichen Stra⸗ fen heimgeſucht werden und ich, der Oberſchöffe, ſowie alle meine Amtsbrüder, den Kopf dadurch verlieren. Es iſt nutzlos, die Stadt ohne Grund in ſolche Gefahr zu bringen.“
„Ihr habt Recht, indeſſen laßt mich machen; ich nehme alle Verantwortlichkeit auf mich allein. Aber habt Ihr mit Euren Amtsgenoſſen geſprochen und ſie über ihre Meinung ausgeforſcht, beſonders diejenigen, die wegen ihres Ritterthums vor ſolcher kühnen That zurückſchrecken möchten?“
„Ja, Alles iſt wohl auf unſerer Seite; die Mehr⸗ zahl iſt für uns; nur Vier oder Fünf ſcheinen unzufrieden mit dem Plane. Thut, was Ihr wollt; wir werden Euch im Stillen behülflich ſein. Ich eilte hierher; denn ſie ſind vielleicht ſchon in der Mageleinſtraße. Raſch dann zur Zuſammenkunft. Macht jedoch, daß das Volk ruhig und ohne Gewaltthaten wieder auseinander geht.“
Während Artevelde mit dem Oberſchöffen von Gent ſich unterredete, verließ eine große Menſchenmaſſe den Freitagsmarkt unter dem donnernden Rufe:„VFreiheit und Nahrung!“, der wie die Stimme des Sturmwin⸗ des der wogenden Menge vorauseilte. Die Walker zo⸗ gen mit ihren Dechanten durch die Lange Munte, die kleinen Gilden längs dem Wandelſtege, und die Weber durch die Koningſtraße über den Zandberg. Sie hatten ſich ſo vertheilen müſſen, weil eine einzige Straße un⸗ möglich ſo viele Menſchen aufnehmen konnte. Je weiter 3
Jakob von Artevelde.


