Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

Während Artevelde mit ſeiner Frau nach der Thür des Gemaches ging und dort noch eine Weile leiſe mit ihr ſprach, ſtand Ghelnoot bei der Eſſe und rieb ſich lächelnd die Hände, wie Jemand, der ſich ſehr über eine gute Nachricht freut. Lieven und Veerle ſahen ihn fra⸗ gend an, erhielten jedoch keine Antwort.

„Aber, Mher Ghelnoot,“ rief Lieven,„wenn man Euch ſieht, ſollte man meinen, Ihr wolltet uns verber⸗ gen, was vorgeht. Als ob ich nicht wüßte, daß man damit beſchäftigt iſt, den Kloͤppel der Rolandsglocke loszumachen.“

Veerle erſchrack ſichtbar bei dieſen Worten.„Ro⸗ land! Roland!“ rief ſie;„davor bewahre uns Sanct Lieven! Ha, darum hat Sanct Bertulf auf ſeinem Söl⸗ ler heute Nacht geklopft.“

„Sanct Bertulf hat Recht,“ ſagte Ghelnoot,„ob⸗ wohl es ſcheint, daß Roland nicht mit dabei ſein wird. Man hofft es mindeſtens; aber Ihr kennt den Burſchen; er iſt ſehr hochfahrend und ſchweigt nicht, wenn man will. Deſto beſſer, denn er iſt ein Meiſterſänger, deſſen Lieder Euch das Blut durch die Adern jagen und die Bruſt ſchwellen, ſo daß Ihr wähnt, Ihr könntet ſeinen Thurm auf dem Arme tragen. Das thut dem Herzen gut, und man fühlt, daß man ein Vläminger iſt.“

„Ach!“ ſeufzte Veerle ängſtlich,„iſt es wirklich wahr, daß man wieder kämpfen wird? Die Männer! Man möchte ſagen, ſie dürſten Einer nach des Andern Blut. Ich begreife es nicht, Mher Ghelnoot, daß Ihr, der Ihr ſtets ſo gut und ſo fröhlich ſeid, nun plötzlich ſo

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