Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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24 Jakob von Artevelde.

Calanderberg nannte, und der damals wohl dreimal größer war, als er jetzt iſt, ſtand eine hohe Linde, und Artevelde's Wohnung gegenüber erhob ſich eine berühmte Herberge, der Fuchs genannt.

Sobald Artevelde an ſeine Thür geklopft hatte, öff⸗ nete ihm eine Dienſtmagd. Er ging quer durch ein gro⸗ ßes Vorzimmer, welches früher als Tuchlager gedient zu haben ſchien, und begab ſich dann in ein hinteres Ge⸗ mach, in welchem vier Perſonen bei ſeiner Ankunft von ihren Stühlen aufſtanden und ihn freudig und ehrerbie⸗ tig begrüßten. In Ueberlegungen vertieft ſagte er jedoch nur leichthin einige Worte, und ſich dann ausſchließlich an einen kräftigen Jüngling wendend, der nicht fern vom Kamine ſaß, ſagte er:„Mher Ghelnoot van Lens, be⸗ liebe es Euch, mit mir zu gehen; während ich Mantel und Kappe ablege, werde ich Euch etwas Wichtiges ſagen.“

„Ahl iſt es ſo!“ rief Ghelnoot eifrig;„hat der vlä⸗ miſche Leu endlich den Staub von ſeinen Mähnen ge⸗ ſchüttelt? Wird er die Zähne weiſen?“

„Kommt, kommt,“ ſagte Artevelde ihm winkend, „Ihr werdet es erfahren.“

Ghelnoot konnte ungefähr ſechsundzwanzig Jahre alt ſein. Er war ein Mann mit großen blauen Augen und dunkelblondem Haar, von langer und ungemein kräftiger Geſtalt, aber mit offenem Geſicht, auf dem herzliche Frohlichkeit beſtändig glänzte. Bei dem erſten Anblicke ſchon konnte man das Bild des ächten Vlä⸗ mingers und vor Allem des Genters in ihm erkennen: mächtig von Gliedmaßen, ſtolz in der Haltung, doch

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