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Jakob von Artevelde. 23
den lang leblos auf den Boden gerichtet waren, zuckten nun mächtige löwenmuthige Blitze.
Trotzdem ließ ſich indeſſen nicht bemerken, daß dieſes zuſammenſtrömende Volk die Abſicht habe, ſich Gewalt⸗ thätigkeiten zu überlaſſen. Im Gegentheil, die wildeſten Gemüther ſelbſt ſprachen hier von Geduld und von Ehr⸗ furcht vor eines Jeden Recht. Gewiß, ſie mußten etwas Beſonderes im Sinne führen; denn nachdem ſie einige Zeit verwirrt und mit brauſendem Lärme ſich unter ein⸗ ander bewegt hatten, begannen ſie, Jeder nach der Gilde, zu der er gehörte, ſich in große abgeſonderte Schaaren zu ordnen. Man ſah Lieven Comyne mit begeiſtertem Anblick noch immer hin und wieder laufen und wie aus⸗ gelaſſen Jeden ermuthigen zu dem Unternehmen, das man erproben wollte.
Artevelde ſchritt unterdeſſen eilig durch die Magda⸗ lenenſtraße bis nach dem Calanderberge, wo ſeine T Joh⸗ nung lag. Dieſe beſtand aus zwei hohen Häuſern aus Backſteinen, mit ſchönen ſpitzbögigen Fenſtern, deren höl⸗ zerne Träger überall mit ſchönem Schnitzwerk geſchmückt waren. Zu der Eingangsthür führte eine kleine ſteinerne Treppe. Durch dieſe Eigenthümlichkeit ſowohl wie durch den Reichthum der Zierrathen unterſchied ſich dies Haus von allen benachbarten Wohnungen. Es mußte auch in die Tiefe einen bedeutenden Raum einnehmen; denn hin⸗ ten führte eine kleine Thür ziemlich weit in den Padden⸗ hoek hinaus. Mitten auf dem Markte, den man den


