Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 21

männlichem Muthe und vlämiſcher Geduld das geſchän⸗ dete Recht rächend, ohne ſelbſt Gewaltthätigkeit oder Unrecht zu üben.“

Die ganze Schaar Handwerker hatte ſich rings um Jakob von Artevelde zuſammengedrängt, um ſeine Worte zu vernehmen. Was er ſagte, ſchwellte ihnen die Bruſt an und machte ihnen die Augen von Hoffnung und Be⸗ geiſterung funkelnd; Niemand entgegnete jedoch Etwas auf ſeine Rede und man ſah ihn fragend an, als ob man weitere Aufklärung erwarte. Er ſetzte nun ſeiner erſten Rede hinzu:„Iſt wirklich noch reines Gentiſches Blut in Euren Adern? Würdet Ihr es wagen, den Schwur zu thun, hier am Orte zu ſterben oder frei zu werden, wie es unſere Väter waren?“

Ein verwirrtes Gemurmel von zornigen Reden und Betheuerungen, nebſt einem ungeſtümen Emporſtrecken der Hände oder Ballen der Fäuſte, beantwortete ſeine Frage.

„Wohl denn, Genoſſen!“ entgegnete Artevelde ge⸗ laſſen,„wenn Ihr es wollt, ſo wird Flandern Freiheit und Nahrung haben. Es wird an unſerer Erlöſung ge⸗ arbeitet. Seid inzwiſchen getroſt und habt vlämiſchen Muth.“

Nach dieſem Gruße ſchritt Artevelde zwiſchen den Handwerkern hin, die ihn ehrerbietig durchließen und ihm nachſahen, bis er hinter der Ecke der Wandelſtege verſchwand.

Er war ihnen jedoch kaum aus den Augen, als ein verwirrtes Gewühl unter ihnen Statt fand. Alle be⸗