Jakob von Artevelde.
allgemeinen Gruße das Haus verließ und wieder auf den Freitagsmarkt ging.
Hier ſah er ſich von Neuem aufgehalten durch die Handwerker, welche bisher bei dem Hochhauſe geſtanden und ſich jetzt mit vielen Anderen vor dem Tuchlager ver⸗ ſammelt hatten.
„Nun, Mher Jakob,“ rief Lieven Comyne,„hat das feige Spiel noch nicht lange genug gewährt? Soll der letzte Vläminger auf der Straße ſterben wie ein Hund? Wird Niemand kommen, der Verſtand und Muth genug hat, um das Land zu retten? Und Ihr ſelbſt, Mher Jakob von Artevelde, Ihr, der weiſe Mann von Gent, könnt Ihr die Frauen dort am Kirchhof lie⸗ gen ſehen, ohne daß Ihr ſaget: Es iſt Zeit, es muß Blut oder Arbeit geben!“
„Blut, Blut!“ murrte Artevelde in ſich ſelbſt hin— ein, indem er den Blick zum Boden ſchlug. Dann das Haupt wieder emporrichtend ſprach er:„Fordert nicht Blut, Ihr Genoſſen; es iſt früh genug, wenn die uner⸗ bittliche Nothwendigkeit uns zwingt, es zu vergießen.“
„Es muß doch einmal ein Ende nehmen,“ ſagte ein Weber;„es muß Arbeit und Nahrung geben, oder die Rolandsglocke ſoll Sturm läuten, daß der Thurm da⸗ von bebt.“
„Nein, nein,“ ſagte Artevelde,„es ſoll beſſer gehen. Ich weiß das Mittel, um Flandern ſeine alte Freiheit und Nahrung wiederzugeben; aber vorher müſſen wir erſt wieder Genter und Vläminger ſein dürfen, einträch⸗ tig und überzeugt von dem Rechte unſerer Sache, mit
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