Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

„Seht, ſeht, Meiſter!“ rief ſie mit einem gellenden Schrei;„mein Kind, mein Agneeteken iſt todt!“

Dann wandte ſie ſich mit einem wahnſinnigen bitte⸗ ren Lachen zu dem Ribaud und ſagte:„Nun kommt, nun führt mich aus dem Thor, damit ich Agneete zu ihrem Brüderchen lege. Morgen wird doch Alles mit uns vorbei ſein.“

„Ribaud!“ ſprach der weiſe Mann,„Ihr könnt Eures Weges gehen; ich will für die Frau ſorgen; Eure Pflicht iſt gethan.“

Während der Ribaud, damit wohl zufrieden, nach dem Wolveſteg zurückkehrte, nahm der weiſe Mann das arme Weib bei der Hand und führte ſie nach der Ecke des Hochhauſes.

„Mutter!“ ſagte er mit einer Stimme, die vor Mit⸗ leid zitterte,„weint nicht ſo bitterlich und beruhigt Euch;; Euer Kind iſt nicht todt. Kommt nur mit mir; wir wol⸗ len Euer Agneeteken heilen und die Pein in Euren Ein⸗ geweiden ſtillen. Ich werde Euch Beide vor Hunger und Kälte ſchützen. Ihr habt doch ſchon zu viel ausgehalten, nicht wahr?“

Die halb wahnſinnige Mutter ſchien dieſe Worte nicht ganz zu begreifen, betrachtete aber dennoch den weiſen Mann mit funkelnden Augen und mit einem ehr⸗ furchtsvollen Lächeln der Dankbarkeit, als ob Gott ſelbſt ihr Führer geweſen wäre. So ließ ſie ſich ſprachlos in ein Tuchlager neben dem Hochhauſe bringen. Auf die Bitte des weiſen Mannes eilte hier Alles zu ſeinem Dienſte herbei. Er ließ die Frau in einiger Entfernung

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