Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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16 Jakob von Artevelde.

Nach der Kleidung zu urtheilen, mußte dieſer Bürger reich ſein; denn er trug einen Mantel und ein Wamms von ſchwarzem Sammet mit rother Seide gefüttert. Die Kappe, welche ſeinen Kopf bedeckte, war von dunkelbrau⸗ nem Tuch, ſeine Beinkleider vom ſchönſten rothen Gen⸗ ter Tuch, und ſeine Schuhe von gelbem Corduan. Da ſein Mantel ſich auf der rechten Seite öffnete, ſo konnte man ſehen, daß er am Gürtelriemen eine lederne Taſche trug und auf dieſer ein Dolchmeſſer.

Sobald dieſer Mann aus dem Zuivelſtege auf den Freitagsmarkt trat und ſein Auge von dem Anblick des ſchrecklichen Volkselendes getroffen wurde, ſchien ein plötz⸗ liches Zittern ihn zu ergreifen und Bitterkeit lagerte ſich auf ſeinem Antlitz. Dennoch ging er, aber langſam, vor⸗ wärts, den jetzt flammenden Blick auf den Boden gerichtet.

Um dieſelbe Zeit kam ein Stadtribaud aus dem Wol⸗ veſteg auf den Markt. Er hielt eine arme Frau, die ein Kind auf dem Arme trug, an der Schulter und riß ſie mit Gewalt fort. Die unglückliche Mutter weinte heftig, während ſie wie wahnſinnig ihren Mund und ihre Wan⸗ gen auf das Antlitz des Kindes drückte und deſſen Füße in ihren Buſen barg. Es war ein ſchrecklicher Anblick, dieſe halb wahnſinnige Frau ſo gewaltſam gegen die Kälte und die Hungersnoth kämpfen zu ſehen, welche das Kind ſelbſt in ihren Armen zu tödten drohten. Der Ri⸗ baud achtete nicht auf dieſen verzweiflungsvollen Streit; die Mutter ſchien auch nicht zu wiſſen, daß man ihr Ge⸗

walt anthat. Sie ließ ſich ruhig fortſchieben und ging mit ſchwankenden Schritten neben ihrem Führer her. In

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