Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Ver⸗ inkreich vas der

müller ſchichte uſt, im ls in's

rhöch⸗ ht halb reit zu wollte Beine en hielt „er iſt Abends 1. Ich

wenn on der

ſeufzte ngland en ſein eträgt, Flan⸗ ſein.“ rief d ſtür⸗

Jakob von Artevelde. 15

men, noch ehe die Woche zu Ende iſt. Wir werden zei⸗ gen, daß das Genter Blut nicht lügt, wenn man es auch jetzt glaubt. Wir werden mit dem Könige von England anfangen, dann wird bald Nahrung genug im Lande ſein. Daß nur Einer komme, Einer, der Muth und Ver⸗ ſtand hat, zu rufen Flandern den Löwen: Nahrung, Nahrung! und Ihr ſollt ſehen, wie der Freitagsmarkt bewaffnete Genter ausſpeit. Hier ſtehen wir wohl ſechs⸗ hundert auf dem Markte; wir ſind bereit zu den Waffen zu greifen; Flandern iſt bereit ſich aus ſeinem ſchmach⸗ vollen Schlafe zu erheben. Nur ein einziges Wort, nicht wahr? Nun denn, dieſes Wort....“

„Seht,“ ſagte Simon, indem er mit dem Finger vorwärts zeigte,„dort an der Serbodinsbrücke kommt der weiſe Mann; o, daß er dieſes Wort ſprechen möchte!“

Derjenige, welcher mit dem Namen des weiſen Man⸗ nes bezeichnet wurde, kam von fern auf den Freitags⸗ markt zugeſchritten. Er war ein Bürger von mehr als mittlerer Geſtalt, aus deſſen Geſichtszügen ſchon bei dem erſten Anblick hervorleuchtete, daß Vernunft und Weis⸗ heit ihm in der That reichlich von Gott beſcheert waren. Unter ſeiner breiten, mit Runzeln durchzogenen Stirn, beſchattet von dichten Augenbrauen, glänzten ſeine brau⸗ nen Augen, welche voll Ruhe nichts andeuteten als Ueberlegung und Frieden des Gemüthes, deren Blick aber bei der geringſten Anregung gleichſam Feuer ſtrahlte. Seine Naſe, mit großen beweglichen Naſenlöchern, ver⸗ kündete Kraft und Muth, während ſeine minder ſcharf ge⸗ ſchnittenen Lippen Güte und inniges Mitgefühl verriethen.