Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

das nahrungsloſe Volk an den Bettelſtab und zum Ver⸗ hungern gebracht?— Das hat der Koͤnig von Frankreich gethan, und der ſoll binnen Kurzem erfahren, was der vlämiſche Löwe vermag, wenn er aufſteht.“

„Ach! alſo gegen Frankreich?“ ſagte der Walkmüller lachend.„Dann beklage ich Euch. Vergeßt die Geſchichte von Niclas Zanneken nicht. Ihr habt vielleicht Luſt, im Hemde, barfuß und mit dem Stricke um dem Hals in's Feld zu ziehen.“

Er mußte wiſſen, daß dieſe Worte die Genter höch⸗ lichſt erzüͤrnen würden, denn er hatte ſie noch nicht halb ausgeſprochen, als er ſich ſchon eilig entfernte, bereit zu laufen, ſobald ihn Jemand verfolgte. Wirklich wollte ihm auch der Strohdecker nach, um ihm Hals und Beine auf dem Freitagsmarkte zu zerbrechen. Aber Lieven hielt denſelben zurück und ſagte:„Laß ihn gehen, Jan, er iſt nicht der Mühe werth; ich werde ihm ſchon heute Abends im Löwen zum Brunnen ſeine Rechnung ſchreiben. Ich weiß es nicht, aber es ſollte mich nicht wundern, wenn dieſer fortgelaufene Yperling ein bezahlter Spion der Franzoſen wäre.“

„Ich ſehe in Allem nur noch keine Hülfe,“ ſeufzte Simon.„Der Streit zwiſchen Frankreich und England kann noch Jahre lang währen. Bis es entſchieden ſein wird, ob Philipp oder Eduard die franzöſiſche Krone trägt, können alle Weber, und was von der Weberei in Flan⸗ dern leben muß, vor Hunger und Elend geſtorben ſein.“

„Ich ſage Euch, daß das nicht geſchehen wird,“ rief Lieven Comyne heftig.„Die Rolandsglocke wird ſtür⸗

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