Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 11

„Ein ſchlechtes Mittel!“ ſeufzte Simon,„das ſtößt uns nur vom Rande in den Graben.“

„Als ob es möglich wäre tiefer zu fallen!“ ant⸗ wortete der Walkmüller lachend.

„Ha!“ rief Lieven zornig dieſem zu;„ſeid Ihr es nicht, der geſtern im Löwen-zum-Brunnen mit dem franzöſiſchen Kaufmann getrunken und geplaudert hat?“

„Ja, wohl bekam es mir; dergleichen findet man jetzt nicht alle Tage.“

„Ahl dann begreif' ich, wo Ihr das tolle Geſchwütz gelernt habt;— und nun erinnere ich mich, Ihr habt fünf Jahre in Frankreich gewohnt mit denjenigen, die ſich erkaufen ließen, die vlämiſche Weberei nach Amiens zu bringen. Ihr dürft nach Eurer Stadt Yperen nicht zurückkehren und Ihr ſeid ſelbſt kein Bürger von Gent, Ihr ſteht unter Ribaudenrecht!“

Der Walkmüller entbrannte bei dieſem Vorwurf in heftigem Zorn; dies ſah man deutlich an der Röthe, die ſeine Wangen färbte. Da aber Lieven ein ſehr ſtarker Mann war, der mit einem einzigen Fauſtſchlag ſei⸗ nen ſchwächeren Gegner zu Boden ſtrecken konnte, ſo ſchluckte dieſer ſeinen Aerger hinunter und antwortete ſpöttiſch:

„Backt ſie mit Schmalz, Eure gnädigen Herren, die Euer Schweiß und Blut in Turnieren und Gaſtmählern verpraſſen und vergeuden; kriecht zu ihren Füßen und laßt Euch treten, bis alles Volk ausgeſtorben iſt; dann habt Ihr nicht mehr, als Ihr verdient.“

„Er ſpricht von den Leliaerds,“ bemerkte ein Zim⸗