Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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10 Jakob von Artevelde.

ſiebenunddreißig Pfund davon bekommen, und Ihr wißt es, Lieven, denn das Stadtviertel zum Oudenborgh hat auch hundert Pfund erhalten.“

„Dort, dort iſt Geld genug!“ rief ein Walkmüller, indem er drohend auf den Utenhoveſtein wies,„aber es gehört Muth dazu, um es herauszuholen, Muth! und wir ſind feigherzige Schufte.“

Dieſe Worte überraſchten die Zuhörer auf eine ſon⸗ derbare Weiſe, und ſie betrachteten den Walkmüller mit ſchmerzlichem Unwillen.

„Schweigt!“ rief Lieven Comyne.„Ihr und Si⸗ mon, Ihr wißt nicht, was Ihr ſagt. Betteln, Plün⸗ dern, was iſt das für eine Sprache?— Ja, ich ſegne auch die Hand, die durch eine milde Gabe dieſen armen Frauen und Kindern zu Hülfe kommt und ſie labt; aber was wir Männer, wir Genter haben müſſen, iſt das ein Almoſen? Iſt es Geld, das wir mit Gewalt rauben ſollen? Sind wir denn Bettler oder Diebe? Nein, nein! Arbeit muß es ſein, Arbeit und Nahrung. Ich will kein anderes Brod eſſen, als das ich im Schweiße meines Angeſichts verdienen kann. So ſpricht ein Mann.“

„Ja, ja! ſo ſpricht ein Mann, der gegeſſen hat!“ antwortete der Walkmüller;„aber ein leerer Magen iſt taub. Darum, das Schönreden kann wenig helfen. Keine vierzehn Tage mehr und es wird ſich anders gemacht haben in Gent;— und dann wollen wir einmal ſehen, wie viel Stücke und wie viele Maß Wein in den Stei⸗ nen verſteckt liegen.“

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