Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

ſeine Freude gebracht, es brachte jetzt auch ſein Elend und ſein Leid dahin.

Unter dem Thürmchen vor dem Hochhauſe und wei⸗ ter den Markt hinauf nach der Seite der Leije zu änderte ſich dieſes gräßliche Schauſpiel der Hoffnungsloſigkeit und des tödtlichen Schmerzes; hier waren in zahlreichen Hau⸗ fen die Bürger verſammelt, in deren Herzen noch Feuer genug lebte, um Zorn zu nähren oder Rettung zu ſuchen. Hier ſchoſſen noch aus manchem Auge drohende Strah⸗ len der Rachſucht gegen die Urſache von des Volkes Elend; hier ſah man Fäuſte ſich krampfhaft ballen; hier hörte man blutige Drohungen und bittere Spottreden auf die Feigheit der Vläminger.

„Sind wir Genter?“ rief ein trotziger Blaufärber in dumpfer Wuth.„Wir Genter? Ach, wir vergehen vor Hunger, unſere Kinder ſterben wie junge Hunde, unſere Frauen liegen da am Kirchhofe wie das Schlacht⸗ vieh, das ſeinen Tod erwartet, und wir, wir ſtehen hier machtlos und fluchend.“

„Aber, Lieven Comyne, was können wir thun?“ bemerkte ein Anderer mit muthloſem Ton.„Es iſt keine Nahrung im Lande, wer ſoll uns denn Arbeit geben?“

„Was Ihr da ſagt, Simon, iſt eine Feigheit; die Gemeine darf ihre Bürger nicht Hungers ſterben laſſen!“ murrte ein Dritter..

„Ach!“ ſeufzte Simon,„die Gemeine hat viel ge⸗ than in dieſer elenden Zeit; vor vierzehn Tagen hat ſie noch eine Anleihe aufgenommen und tauſend Pfund an die Gilden ausgetheilt. Unſere Färbergilde hat hundert