Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 5

Es läßt ſich denken, daß ſolche Steine, mitten in den Gemeinen aufgeführt, nichts Anderes waren als Feſtungen, aus denen die Lehnsherren das Volk be⸗ herrſchten und unaufhörlich deſſen Freiheit und Ent⸗ wickelung bedrohten oder es niederhielten, wo es noch nicht aus ſeiner urſprünglichen Unmündigkeit ſich erho⸗ ben hatte. Bei den eigentlichen alten Herrenlehen auf dem platten Lande war dies auch wirklich der Fall; aber in der Stadt Gent hatte der Geiſt des Gewerbfleißes und der Volksmacht ſchon lange Alles durchdrungen, ſo⸗ gar die felſenähnlichen Mauern der Steine. Die edeln Geſchlechter waren dort in die Bürgerſchaft getreten und redliche Glieder der Gemeine geworden, dem Volke ra⸗ thend und helfend bei der Entwickelung der Arbeit und der Freiheit. So war es gekommen, daß die Genter Edelleute obwohl hinſichtlich ihrer Schlöſſer, als ihres unbeweglichen Eigenthums, unabhängig von der Schöf⸗ fenbank ſich ſelbſt hinſichtlich ihrer Perſonen unter das allgemeine Recht der Stadt Gent geſtellt hatten. Sie nahmen in völligſter Gleichheit an den Laſten und Pflich⸗ ten Theil und genoſſen gleich Jedem die Vorrechte und den Schutz der mächtigen Gemeine.

Wohl gab es einige Edelleute, ja ſogar ganze Ge⸗ ſchlechter, welche dieſem Vorbilde nicht gefolgt waren. Dieſe beklagten es ſehr, daß das Volk ſo drohend ſein Haupt gegen die Macht der Lehensherren erhob, und da Frankreich damals noch das Land war, wo die Ritter⸗ ſchaft in ihrem vollen Glanze prangte und das Volk unwiderſtehlich unterdrückte, ſo hatten ſie ihre Hoffnung