Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

müſſen; dies mochte allerdings der Fall ſein bei den nie⸗ drigen Häuſern, welche Arbeitern oder armen Bürgern als Wohnung dienten; aber die immer ſehr hohen Bürgerhäu⸗ ſer entfalteten genugſam Pracht und Kunſt, zum Beweiſe, daß Reichthum und Geſchmack ihren Bau geleitet hatten. Dieſe Pracht beſtand in erhabenem Bild⸗ und Laubwerk, mit welchem alles ſichtbare Holz des Giebels gleichſam überdeckt war, und in den ausgeſuchten Formen der ver⸗ zierten Fenſterbögen, unter welchen allerlei geſchnitztes Laub⸗ und Blätterwerk ſich zu ringeln ſchien. Trotz die⸗ ſer reichen Bauart und dem künſtlichen Schmuck boten die Häuſer von Gent dem Blicke des Beſchauers nichts Gefälliges dar; über die ganze Stadt herrſchte der braun⸗ graue Ton des verwitterten Eichenholzes und die fahle Aſchfarbe des halb vermoderten Strohes.

In einem Winkel des Freitagsmarktes, nach dem Waeiſtege zu, ſtand eine Art von Schloß, aus ſchwerem ſchlechtem blauem Schieferſtein aufgebaut. In dem Vor⸗ dergiebel deſſelben, der auf ſeiner ganzen Breite mit Eck⸗ ſteinen gekrönt war, prangten ſchöne ſpitzbögige Fenſter; an jeder Ecke des Giebels hing ein Thurm, Drommer oder Keſſel genannt, der mit Schießlöchern verſehen war. In dieſem Schloſſe wohnte das edle Geſchlecht von Utenhove.

Solcher befeſtigter Häuſer, die man Steine nannte, gab es viele in Gent; ſie gehörten faſt alle Edelleuten zu und waren dem Stadtrecht nicht unterworfen, indem ſie als fürſtliche Lehen unmittelbar von dem Grafen abhingen.

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