X Hendrik Conſcience.
Sprache unſeres Landes verfaßt.— Ich weiß nicht, wie es kommt, aber ich finde in dieſer Sprache etwas wahrhaſt Romantiſches, Geheimnißvolles, Tiefes, Ener⸗ giſches, ja ſogar Wildes. Gewinne ich je einige Kraft, ſo werfe ich mich kopfüber in die vlämiſche Literatur. Es iſt das ein Traum, der mich bezaubert und ſobald nicht ſchwinden wird; mein vaterländiſches Gefühl nährt dieſen Willen.“— Wie trefflich hat er Wort gehalten!
Die ſtrenge Reform, welche in der belgiſchen Armee ſtattfand, veranlaßte ihn, ſeinen Abſchied zu fordern. Das väterliche Haus, in das er nun zurückkehrte, bot ihm jedoch keine unabhängige Stellung dar, und er ging nach Antwerpen, um ſich dort ein Unterkommen zu ſuchen. Seine Bemühungen blieben aber ohne Erfolg. Entmuthigt durch unfruchtbare Anſtrengungen und finſter in die Zukunft blickend, die ihm nichts Er⸗ freuliches darzubieten ſchien, fühlte er ſich eines Tages auf das Höchſte aufgeregt, und ſein Geiſt beſchloß in ſtraffker Spannung den Kampf gegen die Ungunſt der Verhältniſſe. Er nahm ſich vor, ein Buch in vlämiſcher Sprache zu ſchreiben. Eine Stelle in Guicciardini's Beſchreibung der Niederlande gab ihm die Idee, eine Reihe von Scenen aus der Zeit der ſpaniſchen Ober⸗ herrſchaft zu entwerfen. So entſtand ſein Wonder- jaar. Dieſer Verſuch fand eine günſtige Aufnahme in Belgien, trug aber dem Dichter nur geiſtige Fruͤchte,
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