VIII Hendrik Conſeience.
Dieſe Einſamkeit wirkte, wie das
nicht anders ſein konnte,
ganz eigenthümlich auf den jungen Con⸗ ſcience; wie früher einer Menge von Büchern, ſo wandte ſich ſein ſtrebender Geiſt jetzt nur einem Buche zu, aber einem erhabenen, das noch kein Menſch auf Erden ſich rühmen kann, bis zu Ende geleſen zu ha⸗ ben, dem der Natur. Der mächtige Einfluß, den ſie auf ihn ausübte, war ungeheuer und tritt uns aus allen ſeinen Schriften fortwährend entgegen. Aus ihr ſchöpfte er jene warme Liebe für alles Erſchaffene, jene innige und tiefe Gottesfurcht, jene reine Freude am wirklich Schönen und Erhabenen, die Allem, was ſeine Seele hervorbringt, den Stempel echter Liebens⸗ würdigkeit und Humanität aufprägt.
Drei Jahre waren ihm in dieſer Einſamkeit vor⸗ beigezogen, da verheirathete iſich ſein Vater wieder. Die beiden, in faſt gänzlicher Freiheit des eigenen Willens herangewachſenen Brüder widerſetzten ſich den Befehlen der ſtrengen, auf ein geregeltes Leben drin⸗ genden Stiefmutter, und es blieb am Ende nichts übrig, um den ſteten Zwiſtigkeiten und Klagen ein Ende zu machen, als ſie in eine Erziehungsanſtalt nach Antwerpen zu ſenden. Hier wachte in Hendrik die Liebe zu wiſſenſchaftlichen Beſtrebungen wieder auf und er beſchloß, ſich dem Lehrerfache zu widmen. Die belgiſche Revolution von 1830 unterbrach ihn jedoch
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