————
38
„So wie er jetzt geht, werden wir bald in Ka⸗ lifornien ſein. Ich ſtelle mir ein unermeßlich großes Land vor, das Niemand angehört, wo man als Herr und Meiſter in düſteren Wäldern, über himmelhohe Berge und in Abgründen von Thälern herumſchwei⸗ fen kann, frei und unabhängig wie die Vögel in der Luft! O, wie will ich mich da fertig machen, meine Flügel auszuſpannen!“
„Ich möchte wohl wiſſen,“ ſagte Victor plötzlich, „woran Lucia Moreels und meine Mutter in dieſem Augenblick denken.“
„Das iſt leicht zu errathen: ſie denken an Dich und ſprechen den Wunſch aus, wie Du.“
„Gute Mutter! ſüße Lucia!“ ſeufzte der Jüng⸗ ling mit froher Begeiſterung in der Stimme.„O Jan, Freund, möchte das Loos uns günſtig ſein! Könnte ich doch Gold genug finden, um ſie glücklich zu machen!“
„Ungläubiger!“ ſpottete Creps.„Da man das Gold dort nur vom Boden aufzuraffen braucht, wol⸗ len wir ſo viel ſammeln, als Du willſt. Ich fürchte, daß wir nicht Alles werden mitnehmen können. Dieß ſollte mich nicht wenig verdrießen; denn je mehr wir haben, deſto mehr werden wir unſern Eltern und Freunden bei unſerer Rückkehr Freude machen können.“
So ſchwatzend, voll verführeriſcher Bilder und Hoffnungen einer lachenden Zukunft ſchritten die Freunde nach dem Vordertheile des Schiffes. Dort begegneten ſie Donatus Kwik, welcher damit beſchäf⸗ tigt war, an einem braunen Schiffszwieback zu na⸗ gen, dazwiſchen zornige Geberden machte und in ſich ſelbſt hineinzubrummen ſchien.


