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unter dem Dach! Oeffnen Sie die kleine ſchwarze Thüre— Ja, dort!“
„Herr Kemenaer!“ riefen der Muſikus und der Jüngling zu gleicher Zeit, während ſie zitternd mit einem fragenden Blick ihm in die Augen ſahen.
„Vergeben Sie mir die Freiheit, die ich mir nehme,“ ſagte Herr Kemenaer, mit dem Hute in der Hand.„Herr Robyn, ich bringe Ihnen eine wich⸗ tige Nachricht. Monk iſt von der Gerechtigkeit er⸗ griffen und nach dem Gefängniß abgeführt worden...“
„Himmel!“ rief Berthold, vor Beſtürzung er⸗ bleichend,„und iſt Laura ſeine Frau?“
„Nein,“ antwortete Kemenager,„ſie war eben im Begriff, in den Wagen zu ſteigen; Gott hat mit ihr Erbarmen gehabt.“
Wie wahnſinnig warf ſich Berthold ſeinem Freunde an die Bruſt und rief mit Freudenthränen in den Augen:
„Conrad, Conrad, Laura iſt nicht getraut! Die gute Laura, ſie iſt gerettet!“
„Ich danke Ihnen, Herr Robyn,“ ſprach Keme⸗ naer tief gerührt,„daß Sie meinem armen Kinde noch ſo viel Zuneigung bewahrt haben, und es freut mich, Ihnen gleichfalls ein unerwartetes Glück ver⸗ kündigen zu können. Monk iſt unter der Beſchuldi⸗ gung, mit eigener Hand ein falſches Teſtament abge⸗ faßt und Sie damit des Erbes von Ihrem Oheim beraubt zu haben, verhaftet. Stellt ſich dieſe Be⸗ ſchuldigung vor dem Gericht als wahr heraus, ſo weist das Geſetz Ihnen den Beſitz der Million zu, welche Ihr Oheim hinterließ. Man iſt damit be⸗


