Druckschrift 
Der Geldteufel : Gemälde aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
Einzelbild herunterladen

326

Ach, ſeufzte der Muſikus,wie es auch ſei, Laura's Loos wird ſich heute erfüllen! Ich bin ermüdet, völlig entkräftet, aller Muth hat mich ver⸗ laſſen. Wie weh thut es dem Herzen, wenn die letzte Hoffnung auf Heil und Rettung für immer entrückt wird!

Du biſt krank, Conrad, klagte der Jüngling, o wie werde ich Dir je für Deine Güte danken können! Geh, ſetze Dich, ſprich nicht, halte Dich ſtill: Dein Fieber möchte kommen.

Der Muſikus ließ ſich auf einen Stuhl fallen, während er mit ſchmerzlichem Lächeln ſagte:

Es iſt heute mein Fiebertag nicht: morgen. Laß mich etwas ausruhen, etwas Athem holen.

Der Jüngling ſetzte ſich ſchweigend neben ſeinen Freund und faßte wieder eine ſeiner Hände, die er zärtlich drückte, um ihm wenigſtens durch dieſen ſtillen Beweis von Zuneigung Muth zu machen und ihn zu tröſten.

Nach einigen Augenblicken ſprach der Muſikus:

Berthold, ich bin in der Allee vor Kemengers Wohnung geſtanden. Die Hochzeitswägen ſind an mir vorübergefahren; ich habe Monk mit dem Lachen des Triumphs auf dem Geſicht vor das Thor her⸗

unterkommen und dann wieder hineinlaufen ſehen, um ſein unglückliches Schlachtopfer zu holen...

Und Du haſt ſie abgehen ſehen, nach dem Stadthaus, nach der Kirche? ſeufzte Berthold mit Luerſie Aufregung, die er vergeblich zu bezwingen uchte.

Nein, fuhr Conrad fort,ich blieb einen Augenblick zerſchmettert unter der ſchrecklichen Gewiß⸗