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Der Geldteufel : Gemälde aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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mit der Hand nach einem Stuhl;— aber die Kleider⸗ macherin ſtieß einen Schreckenslaut aus, während ſie das Mädchen am Arm ergriff.

„Fräulein, Sie dürfen ſich nicht ſetzen,“ ſagte dieſelbe,„Sie werden Ihr Brautkleid zerknittern.“

Auf Laura's Angeſicht erſchien ein Lächeln ſo voll Spott, ſo voll Betrübniß, daß die Frau erſtaunt ſich zurückzog.

Das Mädchen ließ ſich ohne irgend eine Vorſicht auf den Seſſel fallen und ſchien abſichtlich das präch⸗ tige Brautkleid zerknittern zu wollen. Sie ſprach jedoch nichts und hielt den ſtarren Blick zur Erde gerichtet.

Herr Kemenaer trat in das Zimmer. Nachdem er ſich überzeugt hatte, daß die Toilette vollendet war, dankte er den Frauen für ihre Dienſte und ſchloß die Thüre hinter ihnen.

Zitternd ſah Laura den abgehenden Frauen nach; und kaum waren ſie verſchwunden, ſo ſtieg ein Freu⸗ denlaut aus dem Buſen des Mädchens auf. Thränen ſtürzten ſtrömend über ihre Wangen und mit einem vergnügten Lächeln rief ſie:

„O Glück! ich werde wenigſtens noch weinen können, ehe mein Mund den falſchen Eid ausſpricht!“

Ihr Vater ergriff ihre Hand und ſagte bittend:

„Laura, mein Kind, noch einen Augenblick Muth. Unſer Schickſal wird bald erfüllt ſein.“

Das Mädchen ſprang auf, warf ihre beiden Arme um ſeinen Hals, und während ſie ihn ver⸗ zweifelt umſchlungen hielt, rief ſie aus:

„Vater, Vater, wenn Gott uns beide nur ſterben ließe! So, in den Armen von einander! Wenn