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Sobald die prächtige Schilderung des Braut⸗ ſtaates vorüber war, brachen alle Zuhörerinnen in Rufe der Bewunderung aus; und ſelbſt die ſchwarze Lisbeth ſchlug die Hände zuſammen, als könnte ſie an ſo ſchöne Dinge nicht glauben. Man begann allgemein über das Glück der Reichen zu ſprechen und vornehmlich über das Glück von Fräulein Laura, die ſchon an ſich reich war und noch dazu mit einer Million ſich verheirathete! Wie erfreut und ſtolz mußte ſie ſein, meinte man. Sie würde ihr Leben lang in der Kutſche fahren, in einem Schloß wohnen, zwanzig Diener und Dienerinnen um ſich herum ſtreichen ſehen, um auf das geringſte Zeichen ihres Fingers Gehorſam zu leiſten. So reich ſein, als das Meer tief, gekleidet ſein, wie eine Königin, und jedermanns Auge durch ihre Pracht blenden! Für dieſe einfältigen Frauen und Mädchen gab es kein größeres Glück auf Erden, und hätte man ihnen ge⸗ ſagt, daß Laura Kemenaer Kummer empfinde, und unter dem Glanz der Diamanten ihr Herz vor Schrecken und Betrübniß zerriſſen fühle, ſie würden ſich nicht wenig über ſolche Undankbarkeit verwundert haben.
Und dennoch, während hundert Frauen und Mädchen ihr Glück beneideten, litt die arme Laura eine ſo ſchreckliche Marter, daß ſie den Tod als eine Gnade von Gott erflehte.
Auf einem der oberſten Zimmer in Kemengers Wohnung waren einige Frauen— Kleidermacherin⸗ nen, Modiſtinnen und Dienſtmädchen— beſchäftigt, die Braut anzukleiden.
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