kommt der Vater, der die Rechnung für ſie macht und den jungen Herrn vor die Thüre ſetzt. Dann beginnen die Eltern zu fürchten, daß ihre Tochter noch mehr von dieſen armer⸗Leute⸗Grillen annehmen könnte, und ſuchen nun ſelbſt einen Mann für ſie. Den einen oder andern Tag kommt der Vater und ſagt dem Fräulein: ‚ich habe ſo viele tauſend oder ſo viele hunderttauſend Francs für Dich ge⸗ funden; Du mußt Dich damit verheirathen. Ob ſie den Mann kennt oder nicht, ob er häßlich genug iſt, daß die Kinder vor Schrecken Gichter bekommen, ob er dumm und böſe iſt, das thut Alles nichts zur Sache. Das arme Fräulein weint, ſeufzt und trauert eine Zeit lang; aber doch verheirathet ſie ſich mit dem Geld...“
„O, Ihr ſprecht immer Böſes von den reichen Leuten,“ fiel Theres ihr in die Rede.„Was Ihr da ſagt, kann wohl einmal geſchehen; es fällt ſelbſt in unſerer Straße wohl vor, daß die Eltern ein Mädchen gegen ihren Willen verheirathen, weil ein Bischen Geld ihnen die Augen verblendet; aber das kann ſo wenig unter vornehmen Leuten die Regel ſein, als unter den Menſchen von unſerem Schlag.“
„Ja, darin habt Ihr vielleicht wohl einigermaßen Recht, Theres, aber iſt es nicht ſo auch geſchehen bei dieſem Herrn Kemenaer, deſſen Tochter nun einen grundhäßlichen Menſchen heirathet, weil er ſchrecklich viel Geld beſitzt? Sie hat von Kindesbeinen an Bekanntſchaft mit dem jungen Herrn gehabt, der bei Herrn Robyn wohnte; und ihr Vater hat längſt ſeine Einwilligung zu ihrer Heirath gegeben. Jedermann dachte, Herr Berthold— ich glaube, ſo heißt er—


