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„Ja, ein Menſch, wie wir denken, daß die Men⸗ ſchen ſind; aber wir irren uns.“
„Eine Heirath ohne ein Bischen Liebe. Ihr würdet ſagen, daß es eine Hölle ſein muß; und den⸗ noch ſcheinen die reichen Leute in größerem Frieden zu leben, als wir. Es gibt viele Dinge, die wir mit unſerem einfältigen Verſtand nicht begreifen können.“
„Nun, Theres, es iſt einfach genug. Wozu iſt die Liebe in einer Haushaltung nöthig? Um einan⸗ der in Kummer zu tröſten und die ſchwere Laſt des Lebens zuſammen bis zum Kirchhof zu tragen. Sie, die niemals einen Kummer haben und ſingend und tanzend durch die Welt ziehen, haben keine Liebe nöthig... Es iſt ſo eine eigene Sache in großen Häuſern um eine Heirath!“
„Ich glaube, Lisbeth, daß Ihr nicht viel davon wißt; von Eurem Speicher aus könnt Ihr doch nicht ſehen, was bei den reichen Leuten geſchieht.“
„Bin ich nicht zwanzig Jahre lang Taglöhnerin geweſen und habe ich nicht in hundert großen Häu⸗ ſern geſcheuert und gewaſchen? Was ich nicht ſah, erzählten mir die Dienſtboten.“
„Und wie geht es denn dort mit einer Hei⸗ rath?“
„Seht, das will ich Euch einmal ſagen. Jedes Fräulein weiß zum Voraus, mit wie viel Geld ſie ſich verheirathen darf; aber das Herz iſt jung und die Liebe blind, ſagt das Sprichwort. Es geſchieht gewöhnlich, daß das Fräulein ſeine Augen auf einen ſchönen und braven jungen Herrn fallen läßt, ohne ihn erſt zu fragen, wie viel Geld er hat. Dann
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