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und wer nichts Gutes zu erwarten hat, braucht nichts Böſes zu fürchten.“
Theres folgte eine Weile ſtillſchweigend.— Als beide in der Vorſtadt angelangt waren und einen Nebenweg einſchlugen, fragte ſie:
„Aber Lisbeth, kennt Ihr die Braut? Habt Ihr ſie ſchon je geſehen?“
„Ja, ich habe ſie wohl zwei oder dreimal vor dem Thor der großen Kirche aus der Kutſche ſteigen ſehen. Sie hat mir einmal einen Franc gegeben, als ich ſie um ein Almoſen bat;— aber es iſt wohl fünf Monate her.“—
„Und ſie iſt wirklich ſchön?“
„Schön? wie gemalt.“
„Weiß von Haut?“
„Wie eine Lilie.“
„Schwarze Augen?“
„Wie Pech.“
„Ein kleiner Mund?“
„Wie eine Roſenknoſpe.“
„Schlank von Gliedern?“
„Wie die Engel, die über dem Hochaltar ſtehen.“
„Es iſt etwas, das ich nicht begreifen kann,“ ſagte Theres.„Die reichen Leute ſind meiſtentheils ſo ſchön von Angeſicht, ſo weiß von Haut und ſo fein von Gliedern;— die armen Leute ſind im Ge⸗ gentheil ſo grob von Körper; ſie haben meiſtens platte Naſen, große Mäuler, knochige Arme und Beine. Wie mag das kommen? Alle Menſchen, arm oder reich, ſind ja doch von demſelben Blut?“
„Theres, Theres, Ihr verirrt Euch in Euren Gedanken,“ antwortete die ſchwarze Lisbeth.„Ich
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