Druckschrift 
Der Geldteufel : Gemälde aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
Einzelbild herunterladen

eine Thüre, durch welche man in das Bureau ein⸗ trat.

Dieſes letzte Gemach war ziemlich geräumig und hoch; ſeine zwei Fenſter waren mit gruͤnen Blenden geſchloſſen, damit nie ein unbeſcheidener Blick von außen eindringen könnte. Während ſo die niedrigen Fenſter wenig Licht durchließen, herrſchte in dem Bureau von Herrn Robyn eine halbe Finſterniß, die Kälte erweckte und das Herz traurig ſtimmte. Außer einem ſchwarzen Pulte, drei Stühlen, einem Lehn⸗ ſtuhl mit Kiſſen und einem Kaſten mit geſchloſſenen Schubladen, um Papiere hinein zu legen, befand ſich nichts Anderes in dieſem Zimmer, als eine Kiſte, völlig mit eiſernen Reifen beſchlagen, ſichtbar mit dicken Bolzen an dem Boden befeſtigt und mit vie⸗ len ſonderbaren Schlöſſern verſehen.

Denſelben Morgen, als Berthold im Hauſe von Laura's Vater die Kunſt vielleicht mit mehr gutem Willen als Glück vertheidigte, ſaß Monk, der Schrei⸗ ber von Herrn Robyn, in dem Bureau vor dem Pulte. Er ruhte mit dem Kopf auf beiden Händen und blieb ſo lange Zeit, ohne ſich zu rühren. Je⸗ mand, der ihn in dieſem Zuſtand überraſcht hätte, würde bei der Todtenſtille, die in dem ganzen Ge⸗ bäude herrſchte, unzweifelhaft auf den Gedanken ge⸗ kommen ſein, daß Monk aus Mangel an Beſchäfti⸗ gung und Langerweile in einen tiefen Schlaf ge⸗ fallen ſei. Hätte er jedoch geſehen, wie das Auge des Schreibers wachte und bisweilen Strahlen der Freude in die Ferne ſchoß, er wäre von einem Schau⸗ der bei dem Glanze dieſes Unheil verkündenden Schlangenblicks ergriffen worden.