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Wäre es nicht viel beſſer für Sie, in Frieden den Reichthum zu genießen, der Ihnen zugetheilt iſt?— Und ſuchen Sie Ruhm, Anſehen, Herrſchaft, ſo ſtützen Sie ſich auf die Macht des Geldes: das Geld kann Alles, das Geld gibt Alles!“
„Geld allein!“ rief der Jüngling mit Verach⸗ tung.„Kein Gott, keine Tugend, keine ſittliche Würde mehr; Geld! aber welche Welt wollen Sie dem Men⸗ ſchen dann bereiten? Alſo ſoll es auf Erden nur noch zwei anerkannte Mächte geben: Geld und Arg⸗ liſt, es zu erwerben?“
„Und doch iſt es ſo!“ murmelte Kemenaer.„Und es mag Sie verdrießen oder nicht, alle wahrhaft verſtändigen Leute ſind davon überzeugt: Geld kann Alles.“
„Geld kann Alles?“ wiederholte der Jüngling mit bitterm Lächeln.„So ſcheint es in der That, wenn man nur den gegenwärtigen Augenblick in Be⸗ tracht zieht; aber leſen Sie doch die Geſchichte aller Völker; folgen Sie dem Gang der Menſchheit durch alle Jahrhunderte. Wer hat die Nationen zu dem gemacht, was ſie ſind? Wer hat das Licht der Ci⸗ viliſation durch die Welt verbreitet? Wer hat die Naturkräfte gezwungen, als dienſtwillige Sclaven für die Wohlfahrt der Menſchen zu arbeiten? Alles, was wir beſitzen: Geſetz, Recht, Freiheit, materielle Macht, ſittliche Gewalt, wer hat es uns geſchenkt? — Das Geld, meinen Sie? o nein, der Geiſt, der Funke von Gottes Weſen, dem Menſchen allein zu⸗ gefallen, damit er von der Höhe ſeiner geiſtigen Macht Gebieter über die Materie bleibe... Und ſagen Sie doch nicht, daß der Geiſt der Sklave des Conſeience, der Geldteufel. 3


