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Der Geldteufel : Gemälde aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
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Sie bot dem Künſtler einen Pinſel dar,

Um Seelen zur Bewunderung zu zwingen; Und mir gab ſie die Cither in die Hand Das Lob zu preiſen von dem Vaterland.

„Laura, einen Augenblick, wenn es Dir gefällig iſt!“ unterbrach ſie Herr Kemenaer, der nicht zuge⸗ hört, ſondern ſein Geſicht wie verſtört auf das Buch gerichtet hatte.

„Berthold, was bedeutet das Gedicht, das auf der fünfzigſten Seite beginnt? Auf wen haben Sie es gemacht?“

„Auf Niemand,“ antwortete Berthold verwun⸗ dert. Laura hatte ſogleich die angegebene Seite auf⸗ geſchlagen und las mit halber Stimme und ſinnend den Anfang des Gedichts, das die Aufſchrift trug: Der Wucherer.

Dort in dem ſtolzen Marmorbau, drauf ſtaunend weilt Dein Blick,

Da wohnt der Glauz und Ueberfluß— wohnt nimmer⸗ mehr das Glück.

Ein lebendes Gerippe nur, ein Schatten wohnt darinnen,

An dem die Sünde ausgeprägt, erkennbar allen Sinnen,

Und ſucht vergeblich nach dem Heil für ſich im Arm der Pracht...

Ein geheimer Schrecken ſchien Laura zu ergreifen, als der letzte Vers ihrem Mund entſchlüpfte. Sie ſchwieg und ſenkte den Kopf.

Herr Kemenaer durchſchaute die Bewegung ſeiner Tochter. Er that ſich die äußerſte Gewalt an, ſei⸗ den Aerger zu verbergen, und ſprach in liebevollem

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