von Laura ſo freundlich angewieſen worden war; doch ſchob er unmerklich ſeinen Stuhl zurück, als wollte er durch ſeine Haltung andeuten, daß er den Abſtand nicht vergaß, der zwiſchen ihm und ſeinem reichen Wirth beſtand.
Eine lange Zeit ſprach Kemenger mit unverho⸗ lener Gleichgültigkeit über das letzte Concert im Schauſpielhauſe, über die Schildereien der großen Ausſtellung und über ein gewiſſes Werk, welches eben viel Aufſehen in der hohen Welt machte, ſo ſchamlos unſittlich es auch war.
Conrad antwortete wenig; das böswillige und eitle Urtheil von Laura's Vater verwundete ſein Künſtlerherz, doch bezwang er aus Höflichkeit ſeinen Verdruß und nickte ſtillſchweigend mit dem Kopfe.
Es wurde in dieſem Augenblick mit ungewöhn⸗ licher Kraft und Haſt an der Hausklingel gezogen.
Während die Magd über den Vorhof ſchritt, um das Thor zu öffnen, ſpitzte Kemenaer das Ohr und legte die Hand auf die Tiſchplatte, zum Aufſtehen bereit. Er hörte vielleicht das Geräuſch von Män⸗ nertritten im Gang ertönen und verließ ſofort den Speiſeſaal, um nicht in Geſellſchaft des Muſikus überraſcht zu werden.
Unmittelbar darauf trat er wieder ein, indem er die Thüre vor einem jungen Herrn aufriß und fröh⸗ lich ſagte:
„Willkommen, willkommen, Berthold, Sie werden erfreut ſein, Meiſter Conrad hier zu finden: er iſt ja ſo zu ſagen Ihr Freund... Was haben Sie da
unter dem Arm? Bücher? Fürchten Sie nicht, daß


