6
„Ach nein, mein Herr; aber ich bin ſo erfreut,„ wenn ich Ihnen beweiſen darf, wie hoch ich mich könnte durch Ihr Wohlwollen geehrt fühle.“
Kemenger klopfte dem Muſikus auf die Schulter keit. und rief mit Zufriedenheit aus:
„Wahrlich, Meiſter, Sie wiſſen gut zu ſprechen;„ ich habe ſchon lange gedacht, daß mehr in Ihnen gern ſteckt, als Sie blicken laſſen wollen. Ich glaubte, 93 daß Sie ein tüchtiger Burſche ſein würden, wenn Meiſt Sie nur mit einigen hunderttauſend Franken zur 19
icht i
Welt gekommen wären!“
Dieſer Scherz ſchien dem Künſtler nicht zu be⸗ lichkei
hagen; ſein Körper zitterte unter der Hand, die ihm e
auf der Schulter lag, und ſein Auge ſchoß einen erſuch Funken, den Herr Kemenaer glücklicher Weiſe nicht chen: bemerkte. ſtück Laura erlöste ihn aus dieſem erniedrigenden Zu⸗ S
ſtreng
ſtande. Sie ſteckte ihren Arm in den ſeinen und ſagte mit einſchmeichelndem Ton:„ „Meiſter Conrad, mein Vater ſagt dies nur, um Du n zu ſcherzen... Haben Sie nun das Mailied mit⸗ mand gebracht? Ja? Die Nolle? Laſſen Sie ſehen! Wie T gut Sie ſind, Meiſter Conrad. Ich danke Ihnen, Befeh daß Sie ſo früh gekommen ſind. Laſſen Sie uns“ ſchon ans Klavier gehen. Sie werden wohl die zweite Stimme ſingen, nicht wahr? Es iſt für einen Tenor: aber Sie haben eine Baritonſtimme...“ rief n
„Ich habe gar keine Stimme. Sie wiſſen es„ wohl, mein Fräulein,“ ſtammelte der Muſikus. Conre „So gut Sie können; es iſt nur um bereit zu wie e Sie ſ
ſein, wenn Berthold kommt.“


