Mann läuft, der aus Noth gezwungen iſt, um einige Clavierſtunden zu betteln und außerdem in den Kirchen noch Violin ſpielt.
„Aber, Vater, Conrad iſt ein talentvoller Künſt⸗ ler, ein Mann von Gefühl und Verſtand.“
„Ich weiß es, Laura; er iſt beſcheiden, höflich, verſtändig, voll Erfahrung, voll Weltkenntniß, wenn Du willſt; aber er iſt doch ein Muſikant. Man kann innerhalb ſeines Hauſes gegen ſolche Leute wohl freundlich ſein; aber auf der Straße grüßt man ſie mit einem protegirenden Lächeln und geht vorüber. Es ſchadet dem guten Ruf von Berthold in der vor⸗ nehmen Welt, daß man ihn mit Brodkünſtlern um⸗ gehen ſieht, als achte er ſich ſelbſt ihresgleichen. Du mußt es ihm ſagen: ſpäter wird er ſeine Laſt mit dieſem Volk haben. Sie werden ihn an den frühern Umgang erinnern und ihn beſtürmen, Geld von ihm zu entlehnen. Weit entfernt, die gehörigen Zinſen zu zahlen, geben ſie ihm ſelbſt das Kapital niemals zurück. Ueberdies, ſiehſt Du, ſagt das Sprüch⸗ wort: mit wem man verkehrt, mit dem wird man geehrt...“
In dieſem Augenblick trat Meiſter Conrad hinter einem Bosket hervor ihnen entgegen.
Der Mann konnte fünfunddreißig Jahre erreicht haben, obwohl ſein mageres und kränkliches Aus⸗ ſehen und ſein leicht gebogener Rücken ihn wohl um zehn Jahre älter erſcheinen ließen. Es lag in ſeinem ganzen Ausdruck und in ſeinem Benehmen etwas Eingezogenes und Mildes, was das Kennzeichen der Demuth und des Zartgefühls trug. Seine Klei⸗ dung ſtimmte mit ſeinem Beruf als Clavierlehrer,
erlau kehrer einen Sie,
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