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„Ah, Gott ſei Dank! Laß mich an Deiner Freude Theil nehmen: welche Botſchaft hat Dir Monk ge⸗ bracht?“
„Laura, ich habe zehntauſend Franks gewonnen. Zehntauſend Franks an einem einzigen Tag. Das iſt auch wohl ſchön, nicht wahr?“
„Es iſt ſchön, weil es Dir Freude macht,“ mur⸗ melte das Mädchen kalt.
„Du liebſt das Geld nicht, Laura; Du legſt wenig Werth darauf... Natürlich, Du weißt noch nicht, was es koſtet.“
„Ich würde es vielleicht lieben,“ ſeufzte ſie,„wenn es Dir nicht ſo oft ummer und Verdruß auferlegte.“
„Komm, ſprechen wir von etwas Anderem,“ fiel Herr Kemenaer ein.„Was fragteſt Du mich, als Monk unſer Geſpräch ſtörte? Ah, ich erinnere mich, Du fragteſt, warum man den Künſtlern nicht mehr Achtung erweiſe?“
„Warum die Welt den Dichter zu haſſen ſcheint?“
„Das Wort iſt etwas hart. Wird der Dichter gehaßt, dann geſchieht es wahrſcheinlich durch ſeine Kunſtgenoſſen, die andern Dichter. Darin liegt jedoch die Erklärung nicht, Laura. Es beſtehen im geſell⸗ ſchaftlichen Leben zwei Mächte, die einander die Oberhand ſtreitig machen, nämlich das Geld und der Verſtand; aber die Kraft des Geldes iſt ſo unwider⸗ ſtehlich und ſo übermächtig, daß der Geiſt ſich zum willigen Sclaven des Geldes machen, oder unfehlbar vor Hunger oder Verzweiflung ſterben muß. Die Kunſt iſt die hochmüthigſte Form des Geiſtes; in dieſer Form weigert er ſich, der Macht des Geldes ſeine Huldigung darzubringen und das Geld rächt Conſecience, der Geldteufel. 2


